Ohne Aussagekraft, keine Wirkung. Ohne Wirkung, keine Überzeugung im Auswahlprozess.

Egal ob Du einen Jobwechsel in Erwägung ziehst, Dein berufliches Netzwerk erweitern möchtest oder vorhast, Dich auf eine Stelle zu bewerben: Du brauchst einen Lebenslauf. Dabei ist die Aussagekraft Deiner Formulierungen, insbesondere wenn es um die Beschreibung Deiner Tätigkeiten und Aufgaben geht, besonders wichtig. Damit verschaffst Du Personalverantwortlichen einen klaren und prägnanten Überblick über Deine relevanten Fähigkeiten, Erfahrungen und Leistungen. Wenn Dir das gelingt, erzielst Du Wirkung. Im besten Falle werden Dir Kompetenzen, Erfahrungen und Stärken zugeschrieben, die wortwörtlich nicht im Lebenslauf stehen. Das hilft Dir dabei, Dich von anderen Bewerbenden abzuheben und Deine Stärken und Relevanz für die angestrebte Stelle hervorzuheben. Eine präzise und ansprechende Darstellung Deiner beruflichen Geschichte trägt wesentlich dazu bei, Interesse zu wecken und zum Bewerbungs- oder Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. In diesem Beitrag findest Du Empfehlungen, wie Du die Aussagekraft Deines Lebenslaufs oder CVs erhöhen kannst.

Tätigkeiten und Aufgaben sammeln

Besonders hilfreich in der beruflichen Veränderung ist ein sogenannter Master Lebenslauf. Dieser beschreibt im Gegensatz zum situationsspezifischen Lebenslauf sehr umfassend Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Erfolge Deiner jeweiligen Rolle (mehr dazu im Blogartikel [hier]). Das Zusammentragen der jeweiligen Aufgaben kann herausfordernd sein. Wer sich schon länger nicht mehr mit der eigenen (Erwerbs-) Biografie befasst hat, muss hier die Erinnerung vermutlich etwas „wach küssen“. Dann können verschiedene Quellen wie (alte) Ausschreibungen Deiner Rollen, die Personalakte, Leistungsbeurteilungen, Dein Kalender, Zielvereinbarungen, Zeugnisse, Beurteilungsformulare usw. hilfreich sein.

Eine Hürde bei der Formulierung kann sein, dass Dir selbst zwar völlig klar ist, was Du „meinst“ oder zum Ausdruck bringen möchtest. Das muss für Deine Leserschaft aber nicht automatisch gelten. Umso wichtiger ist es, einen Perspektivwechsel durchzuführen (Wie würden das jetzt andere lesen und verstehen? Ist es das, was Du vermitteln möchtest? Welche Eindrücke möchtest Du mit der Formulierung erzielen?). Hilfreich ist es, wenn Du sicherheitshalber einen neutralen Profi draufschauen lässt.

Aussagekraft Deiner Aufgabenbeschreibung erhöhen

Um mit Deinen Formulierungen eine optimale Wirkung zu erzielen, kannst Du Dich an den „W-Fragen“ orientieren. Diese sind für diesen Zweck in der folgenden Übersicht dem Zweck entsprechend angepasst.

W-Frage: Passende Impulsfragen:
Was (genau)?
  • Was genau hast Du gemacht?
  • Welche (Teil-) Aufgaben verbergen sich konkret dahinter?
  • Welche (einzelnen) Schritte sind dabei notwendig?
Wozu/Wofür?
  • Welchen Sinn oder Mehrwert stiftet die einzelne Aufgabe?
  • Welches Ergebnis kommt dabei heraus?
  • Welcher Zweck wird hier konkret erfüllt?
Für wen?
  • Wer ist/sind Auftraggeber*innen?
  • Wer sind (weitere) Abnehmer*innen Deiner Leistungen?
  • Wer profitiert mittelbar, wer unmittelbar?
Mit wem?
  • Mit welchen Fachabteilungen arbeitest Du bei der Lösung zusammen?
  • Mit welchen Bereichen gilt es, sich regelmäßig abzustimmen?
  • Auf welche Expert*innen, Spezialist*innen greifst Du zurück?
Wo?
  • Analog oder virtuell?
  • Beim Kunden vor Ort?

Mit den obigen Impulsfragen gelingt es, die Formulierung von Aufgaben und Tätigkeiten nachzuschärfen. Leser*innen gewinnen dadurch nicht nur ein klareres Bild über Deine Erfahrung. In der Regel werden Erfahrungen, Kompetenzen, Stärken, Haltung projiziert, die wortwörtlich nicht genannt werden. Das lässt sich an einem Beispiel einfacher zeigen.

Ein Beispiel

Schlechtes Formulierungsbeispiel: Fragen die beim Lesen möglicherweise offenbleiben:
Coaching und Beratung von Klient*innen
  • Was heißt „coachen/beraten“ genau?
  • Welche Themen stehen dabei im Fokus?
  • Was ist das Ziel der Begleitung?
  • Welche Klient*innen werden beraten?
  • Wie werden diese begleitet?
  • Welche Hilfsmittel und Ressourcen werden dabei eingesetzt?
  • Wer sind weitere Ansprechpartner*innen oder Stakeholder?
Alternatives Formulierungsbeispiel: Mögliche positive Assoziationen:
Ressourcenorientiertes Coaching und Beratung von Menschen in beruflichen Veränderungssituationen zur Klärung des Kompetenzprofils, der Ableitung passender Jobs und Vorbereitung auf Auswahlverfahren auf Basis von Einzelgesprächen, Workshops und Vorträgen.
  • Ressourcenorientiert: Methodenkoffer an Coaching Tools ist vorhanden, um Klient*innen auf Basis der individuellen Stärken zu unterstützen, das Anliegen selbst zu klären.
  • Coaching & Beratung: deutet auf Rollenvielfalt hin, die in der Begleitung je nach Ausgangslage und Wunsch der Klient*innen zum tragen kommen können.
  • Menschen in beruflichen Veränderungssituationen: Spricht für die Fähigkeit, auch emotional anspruchsvolle Anliegen zu begleiten. Es deutet sich an, dass alle wesentlichen Themen im Rahmen der beruflichen Orientierung begleitet werden können.
  • Kompetenzprofil, passende Jobs, Auswahlverfahren: Hier deuten sich die wesentlichen Schwerpunkte der Begleitung an mit entsprechenden Kompetenzen für die Begleitung: z. B. analytische Fähigkeiten, Kreativität.
  • Mögliche Kompetenzzuschreibungen: Coaching Methodiken, Beratungskompetenz, Kommunikation, Empathie, Struktur, Kreativität, Optimismus, Geduld …
  • Einzelgespräche/Workshops/Vorträge: zeigt Vielfalt hinsichtlich der Formate und weitere Kompetenzen wie Didaktik, Moderation etc.

Achtung: nicht übertreiben

Würdest Du tatsächlich versuchen, alle Möglichkeiten an W-Fragen in Deinen Formulierungen umzusetzen, sprengt das den Rahmen und erhöht die Komplexität Deines Lebenslaufes. Falle also nicht „von der anderen Seite des Pferdes herunter“ und beschränke Dich auf die relevantesten W-Fragen bzw. darauf, was Du besonders zum Ausdruck bringen möchtest (Orientierungswert: max. 4 Zeilen pro formulierte Tätigkeit).

Unterstützung gefällig?

Wenn du ein Feedback auf Deine Formulierungen sowie Aufbau, Struktur und Inhalte Deines (Master-) CVs oder Deines situationsspezifischen Lebenslaufs wünschst, kannst Du unabhängig einer Registrierung auf MEIN-NÄCHSTER-JOB.DE unter coaching@meinnaechsterjob.de eine Berstungsstunde vereinbaren. Die Konditionen findest Du [hier].