Die Erstellung eines Master Lebenslaufs ist eine wichtige Grundlage für eine berufliche Veränderung und bietet einige Vorteile: Du steigst beim Schreiben automatisch in die Reflexion Deines Werdegangs ein und bist mit dem fertigen Werk in der Lage, ihn situationsspezifisch schnell anzupassen und zu verwenden.

Wenn Du offen für einen Jobwechsel bist, kann es plötzlich schnell gehen: Dein Netzwerkkontakt fragt nach einem aktuellen Lebenslauf, Du möchtest mit Headhuntern oder Personalvermittlern in weitere Gespräch gehen oder Du findest eine passende Stelle, auf die Du Dich schnellstmöglich bewerben möchtest. Jetzt brauchst Du einen Lebenslauf, der inhaltlich die richtigen Schwerpunkte setzt – je nachdem, um was es eben geht. Für diese und ähnliche Situationen ist es hilfreich, einen sogenannten „Master Lebenslauf“ in der Schublade bereitzuhalten. Damit kannst Du Dich sofort und in kürzester Zeit auf eine passgenaue Positionierung vorbereiten (z. B. Netzwerk-, Entwicklungs- oder Bewerbungsgespräche).
Was ein Master CV ist
In einem Master CV ergänzt Du unter Deinen bisherigen Rollen in Spiegelstrichen alle Tätigkeiten und Aufgaben, die Du zusammentragen kannst. Je mehr Du findest, desto besser. Damit wird Dein Master Lebenslauf so etwas wie eine „Golden Source“ für einen passgenauen Lebenslauf. Er darf daher auch deutlich länger als 2-3 Seiten sein. Beachte: Dieser Lebenslauf ist eine Rohversion, die Du nicht verschickst!
Master Lebenslauf vs. passgenauer Lebenslauf
Dass Du Dein Anschreiben inhaltlich auf das Anforderungsprofil hin anpassen solltest, ist Dir wahrscheinlich bewusst. Gleiches gilt auch für den Lebenslauf (=passgenauer Lebenslauf). Hier gilt es also, die aus Empfänger*innenperspektive relevanten Informationen hervorzuheben und irrelevante hingegen zu streichen, bis Du von der Länge her auf 2-3 Seiten kommst. Während also der Master Lebenslauf möglichst umfangreich und detailliert alle Aufgaben und Tätigkeiten Deiner bisherigen Rolle beinhaltet, beschreibt der passgenaue Lebenslauf die wichtigsten und relevantesten Informationen. Und genau so wandelst Du Deinen Master Lebenslauf in einen passgenauen Lebenslauf um: Streiche alle unwichtigen Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibungen, Schulungen, Trainings oder andere Informationen, bis Du in Summe wieder auf 2-3 Seiten kommst. Auch wenn Du Dich bei Deinen Bewerbungen ausschließlich auf dieselbe bzw. bisherige Rolle hin bewerben solltest, wirst du in den Tätigkeitsbeschreibungen und im Anforderungsprofil der Stellenanzeigen vermutlich Unterschiede feststellen. So z. B. in Art und Umfang der beschriebenen Aufgaben, in den Anforderungen oder der Seniorität. Das Erstellen eines passgenauen Lebenslaufs fällt deutlich leichter und spart sehr viel Zeit, wenn Du mit einem Master Lebenslauf vorbereitet bist.
Welche Quellen Du nutzen kannst
Zu Beginn kann es etwas müßig sein, sich umfassend an Aufgaben und Tätigkeiten zu erinnern. Ich wage sogar zu behaupten, dass die meisten Menschen keinen guten Überblick darüber haben, welche Aufgaben sie im einzelnen auf dem Tisch haben oder hatten. Umso schwieriger kann das werden, je weiter man zurück in die Vergangenheit geht. Daher können Dir diese Tipps helfen, Deine Tätigkeiten zu sammeln und zu formulieren:
- Beurteilungen: Häufig beziehen sich Beurteilungen auch auf besondere Errungenschaften oder beinhalten eine Aufgabenbeschreibung.
- Zielvereinbarungen: Aus Deinen Jahreszielen lassen sich bestimmt einzelne Tätigkeiten und Aufgaben ableiten. Daher kann es sich lohnen, einen Blick in Deine Zielerreichung der letzten Jahre zu werfen.
- Dein Kalender: Bestimmt geben Dir die Termine in Deinem Kalender Hinweise darauf, mit welchen Themen Du Dich beschäftigt hast.
- Ausschreibungen: Vielleicht findest Du noch Deine Ausschreibungen für Deine letzten Rollen oder Du gibst Deine Jobs mal in eine Stellenbörse ein. Aus der Aufgabenschreibung der Ausschreibungen kannst Du Dich für Deine Tätigkeitsbeschreibungen inspirieren lassen.
- Tagebuch: Schreibe mal ein paar Tage lang eine Art Tagebuch und halte Aufgaben und Tätigkeiten fest, die Du am Tag erledigt hast. Du wirst sehen: da kommt schnell einiges zusammen.
- W-Fragen: Berücksichtige bei der Formulierung Deiner Aufgaben möglichst viele „W-Fragen“, z.B.: Welche Tätigkeiten beinhaltet die Aufgabe im Einzelnen? Wofür hast Du die Tätigkeit übernommen? Mit wem hast Du gemeinsam daran gearbeitet? Welche Ressourcen standen Dir dabei zur Verfügung? Welche Rahmenbedingungen galt es zu berücksichtigen?
- Bewertung: Möglicherweise tauchen beim Sammeln Deiner Tätigkeiten innere Gedanken und Impulse auf, die Deine Reflexion „sabotieren“. Diese können bspw. abwertend („Andere machen das viel professioneller und länger“) oder verunsichernd wirken („Ist die Aufgabe jetzt wirklich so wichtig?“). Versuche bremsende Gedanken zunächst beiseite zu schieben. Auch im Master Lebenslauf kannst Du am Ende immer noch selbst entscheiden, welche Angaben erhalten bleiben. Mehr zum Umgang mit inneren Saboteuren findest Du in einem Blogartikel [hier].
Unterstützung
Wenn du ein Feedback auf Aufbau, Struktur und Inhalte Deines Master Lebenslaufs oder passgenauen Lebenslaufs wünschst, kannst du unabhängig einer Registrierung auf MEIN-NÄCHSTER-JOB.DE unter coaching@meinnaechsterjob.de eine Berstungsstunde vereinbaren. Die Konditionen findest Du [hier].
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