„Die bewusste Auseinandersetzung mit meiner eigenen Beschäftigungsfähigkeit („Employability“) gibt mir Sicherheit. Trotz aller Unsicherheiten, die die Zukunft so mit sich bringt: Ich gestalte meine berufliche Entwicklung bewusst, nutze meinen Handlungsspielraum und denke voraus.“
Florian

Berufe verändern sich ständig, verschwinden oder entstehen neu. Warum das so ist? Schon immer haben sich verschiedene Trends auf unsere Arbeitswelt ausgewirkt. Diese können beispielsweise ökonomischen, gesellschaftlichen oder technischen Ursprungs sein und bewirken Veränderungen der Tätigkeiten und Aufgabenschwerpunkte, der Arbeitsweise und damit auch Veränderungen in den fachlichen und persönlichen Anforderungen an Arbeitnehmende. Gründe genug, die eigene Beschäftigungsfähigkeit („Employability“) regelmäßig zu checken. Auch wenn Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt selten über Nacht geschehen, braucht es Zeit, die individuell relevanten Trends zu erkennen, zu analysieren und die richtigen Konsequenzen auf die eigene Beschäftigungsfähigkeit abzuleiten (z.B. Kompetenz- oder Persönlichkeitsentwicklung). Und diese dann auch noch umzusetzen. Damit gelingt es jedoch, die eigene Entwicklung zielgerichtet zu steuern und für die berufliche Zukunft fit zu bleiben. Es lohnt sich, (sogar regelmäßig) eine „Pause“ zur Überprüfung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit einzulegen. Wie das beispielsweise aussehen kann, zeige ich hier in einer Übung.
Übung „Arbeitstrends & Employability“
Ich habe keine Trendforschung betrieben oder mich wissenschaftlich im engeren Sinne (z. B. Zukunftsforschung) mit der Thematik befasst. So viel vorab. Für meine Übung war es mir wichtig, Menschen zu inspirieren, ihre eigene Situation ebenfalls zu reflektieren und die Eintrittsschwelle niedrig zu halten. Ich selbst stütze mich in meiner Übung auf meine langjährige Erfahrung als Jobcoach und Veränderungsbegleiter, habe die Anliegen meiner Klient*innen reflektiert, stehe in regelmäßigem Austausch mit anderen Fachexpert*innen und befasse mich im Rahmen einer Vorlesung wissenschaftlich mit Employability. Ich habe mich um eine fundierte Analyse bemüht und gleichwohl bleibt sie subjektiv.
Im ersten Schritt habe ich überlegt, welche wesentlichen Trends ich gerade wahrnehme und welche Auswirkung diese auf mein Profil als Jobcoach haben könnten. Zum Beispiel in der Art was ich berate, wie ich berate, wen ich wofür berate und an welchen Stellen ich (frühzeitig) dazulernen sollte, um auch am Ball zu bleiben. Damit habe ich die Voraussetzung geschaffen, um im dritten und letzten Schritt möglichst konkrete Handlungsmöglichkeiten für meine Employability als Jobcoach abzuleiten.
Nach eingehender Überlegung habe ich vier wesentliche Trends ausgewählt, die meine Rolle und mein Umfeld beeinflussen können und mich dann mit möglichen Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten beschäftigt:
Trend |
Auswirkungen auf Rolle & Umfeld |
Handlungsmöglichkeiten |
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Arbeitnehmermarkt | Ein Überangebot an Jobmöglichkeiten in bestimmten Branchen ermöglicht mehr Wahlmöglichkeiten für Jobsuchende. Durch flexible Arbeitsmodelle sind Zielmärkte unabhängig der eigenen Lokation möglich. Anfragen zu beruflichen Entscheidungsproblemen und der Klärung persönlicher Motive und Ziele könnten weiter steigen.
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Digitale Kommunikation und Kollaboration | In Folge der Corona Pandemie sind viele Menschen an virtuelle Kommunikation und Zusammenarbeit gewohnt. Anfahrtskosten und Rüstzeiten für Beratungsgespräche können entfallen. Die Abhängigkeit regionaler Märkte sinkt. Digitale Kollaboration stellt andere Anforderungen an die Persönlichkeit der Arbeitnehmenden (z.B. Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Resilienz).
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Künstliche Intelligenz | Digitalisierung im Allgemeinen und künstliche Intelligenz im Besonderen können in der beruflichen Orientierung schon heute relevantes Wissen vermitteln, Prozessschritte in der beruflichen Orientierung unterstützen, Persönlichkeit diagnostizieren, die berufliche Standortbestimmung unterstützen oder bei der Entwicklung passender Jobszenarien und der Optimierung von Bewerbungsunterlagen helfen. Die Akzeptanz von hybriden Begleitmodellen (KI + Mensch) wird möglicherweise steigen.
KI unterstützt zunehmend das Bewerbermanagement in Unternehmen. Die zunehmende Integration von KI und Automatisierung verändert aber auch die Arbeitswelt an sich und beeinflusst die Art und Weise, wie bestimmte Aufgaben erledigt werden und welche fachlichen und persönlichen Anforderungen dabei gestellt werden. Employability Förderung bleibt damit ein Dauerthema. … |
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Fazit
Diese Übung hat gemischte Gefühle und einige Fragen in mir ausgelöst: Kann ich das? Will ich das? Schaffe ich das? Wo fange ich an? Was übersehe ich? Und gleichwohl fühle ich mich neugierig und beruhigt. Es eröffnen sich neue Lernfelder und Impulse für die eigene Positionierung und Produktentwicklung. Die bewusste Auseinandersetzung mit meiner eigenen Beschäftigungsfähigkeit gibt mir Sicherheit. Trotz aller Unsicherheiten, die die Zukunft so mit sich bringt: Ich gestalte so meine berufliche Entwicklung, nutze meine Handlungsspielräume und denke voraus.
Übung „Arbeitstrends & Employability“ zum Download
Hast Du Lust auf die Übung bekommen? Hier findest Du eine Arbeitsunterlage, die Du barrierefrei downloaden und direkt verwenden kannst: AU Employability Check
Unterstützung gefällig?
Wenn Du Deine Employability überprüfen möchtest und Deine berufliche Entwicklung aktiv gestalten willst, kannst Du unabhängig einer Registrierung auf MEIN-NÄCHSTER-JOB.DE unter coaching@mein-naechster-job.de ein unverbindliches Erstgespräch oder gleich eine Beratungsstunde vereinbaren. Die Konditionen findest Du [hier].
Literaturempfehlung:
Jutta Rump/Thomas Sattelberger/Silke Eilers: Employability Management 5.0. Impulse für die Transformation von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft, 1, Auflage, 2022
Passende Blogbeiträge:
„Soll ich oder soll ich nicht? Karriereentscheidungen bewusst treffen.“ [Link]
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